Behandlung nach Dorn und Breuß (sowie frei nach Hock, HP Allgäu)

„Die sanfte Chirotherapie“ bei Rückenbeschwerden

Die Therapie nach Dorn ist vor allem bei Rücken- und Hüftbeschwerden eine etwa seit mehr als 20 Jahren erfolgreiche einfache Heilmethode und in der Regel vor allem wesentlich sanfter und risikoärmer als die klassische Chirotherapie.

Die Hintergrundgeschichte der Entstehung und Bekanntwerdung durch den ehemaligen Sägewerksbesitzer und die auch noch übereinstimmende gleichlautende anatomische deutsche Bezeichnung eines Teils der Wirbelkörper mit seinem Namen ist sicher auch sehr interessant und vielleicht mehr als nur „Zufall:)“. GESCHICHTEN wie das Leben schreibt.

Hier aber zunächst die allgemeine Beschreibung der Methode:

Statt durch abruptes Dehnen und Strecken wird hauptsächlich durch sanften Druck versucht verschobene Wirbel und Gelenke wieder einzurichten, und dadurch Funktionsstörungen und erworbene, umkehrbare Fehlstellungen der Wirbelsäule zu beheben. Auch die durch Fehlstellung und sog. Subluxation des Hüft- und Ileosakralgelenks bedingten relativen behebbaren Beinlängendifferenzen gehören dazu.

Wichtige Zusatzbemerkung:

Es gibt meines Wissens leider noch viele klassische Dornbehandler und Physiotherapeuten, welche ungewollt und mit bestem Wissen und Gutdünken dem Patienten gegenüber dennoch den Fehler machen in jedem Behandlungsfall die typische Beuge-/Streckbewegung des Beines mit der Hand am seitlichen Oberschenkel oder dem Handtuch im Stehen oder Liegen zu machen. Damit bekommt man im Standardfall auch tatsächlich fast immer auch eine Aufhebung oder starke Reduzierung der vor Behandlungsbeginn festgestellten relativen Beinlängendifferenzen, von z. B. 2,5 auf 0 oder als kleiner Rest noch 0,5 cm im Vergleich.

In etwa der Hälfte der Fälle jedoch, was die sehr intensiven, belegten und umfangreichen Studien von Herrn Hock an mehreren hundert Patienten gezeigt haben, stellt sich das jedoch als (leider) nicht so günstig für den Patienten heraus, trotz der „Gleichstellung“ (Beinlängendifferenzverminderung)! Der Irrtum besteht darin, daß man die Anatomie außer acht läßt. Nach der klassischen Dorn-Methode geht/ging man davon aus, daß die Differenz im Zentimeterbereich durch eine Subluxation im Hüftgelenk verursacht wird. Dies ist jedoch wie jeder namhafte Anatom, Unfallchirurg, Orthopäde und viele andere Fachkollegen sicher bestätigen kann eine (leider) völlig irrige Annahme, so schön die primär gutgemeinte Dornmethode auch vielen Menschen und Patienten bisher helfen konnte:

Subluxationen sind aufgrund des Unterdrucks im Normalfall wenn überhaupt im Millimeterbereicht einzuordnen! Eine Subluxation ist also nicht die Ursache, wie früher irrigerweise meistens angenommen wurde.

Die Ursache ist, wie sich auch in der Praxis bestätigt hat, eine ganz andere.

Sie ist im ISG= dem Ileosakralgelenk (synonym SIG=Sakroiliakalgelenk) zu suchen und zu finden, also dem Bereich wo das Becken, genauer der Darmbein (lat. = Ileum)- Anteil mit der Wirbelsäule, genauer dem Kreuzbein (lat. = Sakrum) über Gelenkflächen verbunden ist bzw. dort übergeht.

Bei der“ Dornmethode nach Hock“ bzw der „Zilgreiskeilmethode“ nimmt man bei einer relativenBeinlängendifferenz eine Blockade bzw. geringe Verschiebung des ISG´s an. (Im Gegensatz zu einer absoluten Beinlängendifferenz ist wie sie z.B. durch die Folge einer Hüft-OP oder Fraktur(-OP) entstehen kann oder auch seit Geburt als Anomalie oder Wachsstumsschaden vorhanden ist.)

Dabei gibt es in der klinisch vom Behandler durchzuführenden Vordiagnostik, die bei jeder Konsultation erneut durchgeführt werden muß, in der Regel 2 praktische Unterscheidungsfälle, die bei einer Blockade auftreten:

Entweder die sogenannte Beckenvor- oder Rücklaufstellung.

 

Zur groben Vorstellung der Anatomie hier eine kleine Schemazeichnung:

Schema ISG
Schema ISG

Da diese in der Praxis jeweils etwa zu gleichen Fällen vorkommen, erklärt sich dadurch auch die o. g. 50/50-Behauptungl, daß man mit der klassischen Behandlung zu etwa 50% falsch behandelt und zu 50% richtig (vorausgesetzt natürlich es bleibt nur bei dieser manuellen manipulativen Therapie). Mit der „Handtuch- oder Handgriff am seitlichen Oberschenkel-Methode“ bringt man eine Vorlaufstellung wieder in Normalposition, jedoch möglicherweise eine Normalposition in die falsche Blockadestellung analog des anderen Beines und hätte somit dann theoretisch 2 Rücklaufblockaden, statt 2 entblockierte Normalstellungen des ISGs.

Von Vor- bzw. Rücklaufblockade spricht man hier definitionsgemäß bei der angenommenen Fehl-Stellung des oberen Darmbeinanteils, relativ nach vorne bzw. hinten.

Diese Blockade(n) führen dann auch aufgrund der Anatomie tatsächlich zu den beachtlichen relativen Beinlängendifferenzen.

Die relative Beinlängendifferenz aufgrund der Fehlstellung im ISG ist in derRegel jedoch durch einen sanften manualtherapeutischen Eingriff erfahrungsgemäß gut behebbar.

Allein durch die Entspannung im Liegen und die nach den vom Behandler speziellen klinischen Untersuchungen logisch folgerichtigen gezielten Unterlegung der Zielgreis(R)-Keile (= weich- bis hartelastischer Schaumstoffkeil) beim Liegen auf dem Bauch (= lat. Abdomen) im Leisten- oder Hüftbereich und diversen Vormassagen, z.B. mit Schröpfkopf und/oder Tefragerät(R), gelingt es bereits in der Mehrzahl der Fälle die ISG-Blockade sanft zu lösen. Dies kann dann auch sofort anschließend mit der Kontrolluntersuchung überprüft werden. Eine Behandlung dauert bei mir ca. 2 Stunden, je nach Schwere und Behandlungsabfolge und zusätzlich bzw. begleitend eingesetzten Therapien.

Die den Therapeuthen bekannten absoluten und relativen Kontraindikationen wie Schwangerschaft, Wirbelgleiten, schwere Osteoporose, akute rheumatische Entzündungen, akute Brüche und Tumormetastasen u.a. sind natürlich dennoch auf jeden Fall wie immer zu berücksichtigen.

(Bem.: Es gibt m. E. leider immer noch Orthopäden und andere Behandler, welche bei relativen bedingten funktionellen Fehlstellungen nur einseitige Erhöhungen und Einlagen verwenden und verordnen, was die Fehlstellung und ISG-Blockade jedoch nicht beseitigt und auch evtl. Schmerzen (kurzfristig zwar evtl. Besserung) längerfristig nur weiterverstärkt und die Gesamtsituation verschlimmert.)

Die ursprüngliche, jedoch im nachhinein irrige und trotzdem noch verbreitete Annahme der klassischen Dorntherapie führt dann auch zu falschem (Be-)handeln im Einzelfall, etwa ungefähr zur Hälfte wie oben schon erwähnt. Diese falsche Annahme und falsche Grundvoraussetzung dieses therapeutischen Handelns in diesem Fall sollte in unserer Fachwelt zum Wohle des Patienten schnellstens ausgeräumt und die Therapie demenstprechend angepaßt werden!

Keiner, auch gleichgültig ob reiner Allopath oder reiner Naturheilmediziner, darf sich aber der natürlichen und erforderlichen Weiterentwicklung mit dem Maß praktischer Objektivität (ursprünglicher Sinn der Wissenschaft) entziehen und verschließen, möchte man den Menschen auf Dauer besser und richtig helfen, sowie nebenbei auch noch verstehen.
Die Vorteile rationalem als auch intuitivem Denken und Empfinden sollten idealerweise beide zusammen zugleich positiv genutzt und gegeneinander abgewogen werden.
Was zunächst rein rational vernünftig erscheint mag sich hinterher erst als großer Irrtum und Fehler in der Erfahrung herausstellen, obwohl alle Verstandesargumente dafür sprachen. Genauso kann sich allgemein eine Bauchentscheidung oder festklammern an Überzeugungen und verschiedensten Weltbildern sich hinterher als viel zu leichtsinnig, unvollständig oder gar falsch und gefährlich herausstellen.

Klar, daß man beide Aspekte des Seins, die rationale einerseits und die intuitive, emotionale Ebene andererseits immer im Verbund beachten sollte, um die Harmonierung und Evolution des Menschen zu ereichen, ohne Gier als Hintergrund und andere einseitigen Interessen. Am Schluß macht man dann nämlich intuitiv alles richtig und weiß auch warum:)

Konservativität und Festhalten an Traditionen hat seinen Sinn. Nämlich nur aufflackernden Modeerscheinungen Einhalt zu gebieten, wie es auch die Schweizer gewohnt sind und Bewährtes zu bewahren. Der Nachteil kann dabei sein, daß man sich Neuem zu sehr verschließt und damit an keinem symbiotischen Ausgleich und Fortschritt mehr dynamisch und elastisch flexibel teilhaben kann. Die Folge vergleichbar analog mit einer organischen Zelle im größeren Zellverbund oder Organsystem, die alle Schotten dichtmacht und nichts mehr herein- oder hinausläßt wäre das verhungern und absterben, da keine Nährstoffe mehr hineinkönnen oder Abfallstoffe hinausgelangen (zu rigide, starr und begrenzt). Die Dynamik geht jedoch weiter. Auch das umgekehrte gilt jedoch Ist eine Zelle zu weit offen (semipermeable Mebran zerstört) stirbt sie ebenfalls. D.h., das wenn ich zuviel für wahr akzeptiere und mich ständig mit dem Wind drehe, ist das auch nicht gut für unsere persönliche Entwicklung und Stabilität.

Ein gesundes Maß an Austausch, aber auch als Abgrenzung muß demnach beides vorhanden sein. Das betrifft im Prinzip eigentlich alle Aspekte des Lebens und auch die Entwicklung von bestehenden Systemen, Wissenschaften und Inhalten unseres Lebens, welches dynamisch ist.

Die Wissenschaft sollte in erster Linie dem Menschen dienen und nicht seiner Gier.

Kurze Beschreibung zur Breuß-Behandlung:
Die von Breuß entwickelte und weiter praktisch verbesserte Massage ist eine ideale entspannende Vor- und/oder Nachbereitung für die Dorntherapie, als auch selbst als Einzelanwendung nicht nur zur sanften Einrichtung von Wirbelsäulen- oder Sakralgelenksfehlstellungen geeignet.

In Deutschland gibt es etwa 10.000 Behandler (Ärzte, HP. Physiotherapeuten i. A.). Eine einheitliche Prüfung der Anwender gibt es noch nicht, so dass man sich mehr auf den jeweiligen Therapeuten verlassen muß.